Gastroenterologie

(Jan Gutzeit)

Jan Gutzeit

Darmkrebs-Vorsorge

Als Polyp wird jedes Gewächs im Darm bezeichnet. Wir unterscheiden echte Neoplasien (Adenome) von sogenannten nichtneoplastischen Polypen (z.B. hyperplastischer Polyp). Bisher geht die Lehrmeinung davon aus, dass nur aus den echten neoplastischen Polypen kolorektale (Dickdarm-)Karzinome entstehen können. In den letzten Jahren sind verschiedene Entstehungswege erkannt und untersucht worden.

Wenn bei der Koloskopie ein Polyp gefunden wird, dann sollte dieser möglichst sofort entfernt (ektomiert) werden. Überwiegend ist das ambulant möglich. Nur wenn zu viele Polypen (Polyposis) vorliegt oder Polypen zu groß sind, individuelle Faktoren (Begleitkrankheiten etc.) dagegen sprechen oder bereits der Verdacht auf eine bösartige Entartung vorliegt, wird der Patient stationär zur weiteren Therapie eingewiesen.


Können Sie selbst der Entstehung von Polypen bzw. Darmkrebs entgegenwirken?

Ja, das können Sie. Nutzen Sie alle Möglichkeiten der Vorsorge. Ab dem 50. Lebensjahr können Sie bei Ihrem Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen einen Stuhltest durchführen lassen, der auch von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bezahlt wird. Zusätzlich werden Selbstzahlertests angeboten, die teilweise besser abschneiden als der GKV-Test.

Gehen Sie außerdem ab dem 55. Lebensjahr zur Koloskopie. Diese Untersuchung kann bei unauffälligem Befund nach 10 Jahren wiederholt werden.

Es werden noch weitere Untersuchungen angeboten: Kolographie mittels CT oder MRT. Im Nachweis von großen Polypen sind beide Untersuchungen inzwischen so gut wie die Koloskopie. Wesentlicher Nachteil: Gefundene Polypen können nicht sofort entfernt werden – eine Koloskopie wird dann zusätzlich erforderlich. Die CT hat einen weiteren wesentlichen Nachteil: die Strahlung, die ein erhebliches Krebsrisiko darstellt.


Können Sie mit einer gesunden Lebensführung die Entstehung von Polypen und Darmkrebs beeinflussen?

Übergewicht, wenig Bewegung und Rauchen sind Risikofaktoren. Bewegung ist günstig. Auch eine ausgewogene ballaststoffreiche Kost wirkt günstig (mediterrane Kost). Studien haben ergeben, dass Personen, die häufig rotes Fleisch (Wild, Rind) verzehren, öfter an Darmkrebs erkranken.