Gastroenterologie

(Jan Gutzeit)

Jan Gutzeit

Krankheitsbilder

Dyspepsie

Die Dyspepsie (schmerzhafte Verdauung) ist der häufigste Beschwerdekomplex in einer gastroenterologischen Praxis. Wir unterscheiden die organisch bedingte Dyspepsie und die funktionelle Dyspepsie (Reizmagen).

Eher selten ist die organisch bedingte Dyspepsie, bei der wir Veränderungen an den Bauchorganen finden, die Ursache für die Beschwerden sind.

Wesentlich häufiger ist die funktionelle Dyspepsie, bei der wir keine organischen Veränderungen finden, die zur Erklärung der Beschwerden herangezogen werden können. In Deutschland leiden 8 bis 10 Millionen Menschen dauerhaft oder rezidivierend (in Abständen wiederkehrend) unter diesen Beschwerden. In den letzten Jahren wurden viele Anstrengungen unternommen, um die Ursachen für diese meist sehr belastenden Beschwerden zu finden.

Leider ist bisher kein wirklicher Durchbruch gelungen. H. pylori wird immer wieder als Verursacher beschuldigt. Mit einer dauerhafte Beschwerdefreiheit nach Eradikation (Entfernung) von H. pylori von 8 bis 10 Prozent ist zwar für einige Wenige eine Therapieoption vorhanden. Der große Rest muss sich derzeit aber noch mit einer Akzeptanz der Beschwerden begnügen. Eine gewisse Erleichterung können Phytopharmaka (pflanzliche Zubereitungen) bringen.


Leberkrankheiten

1. infektiöse Leberkrankheiten

Darunter werden insbesondere die viralen Hepatitiden A, B, C (D, E und F) zusammengefasst. Die Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht) ist eine akute und meist wenig bedrohliche Infektion, die über die Nahrung aufgenommen wird. Hepatitis B und C sind mit dem Risiko der Chronifizierung wichtige Bestandteile der Befunde der Gastroenterologen/Hepatologen.

Mit verschiedenen medikamentösen Therapieansätzen gelingt es heute, die Infektion im chronischen Stadium doch noch zu heilen. Dazu ist jedoch eine genaue und differenzierte Erfassung von Krankheitsaktivität und Begleiterkrankungen erforderlich, um für jeden Patient die maßgeschneiderte Therapie zu finden.

2. Autoimmune Lebererkrankungen

Darunter verstehen wir eine ganze Reihe verschiedener Erkrankungen; wie die Autoimmunhepatits Typ 1 und 2, die primär billiäre Zirrhose (PBC) und die primär sklerosierende Cholangitis (PSC). Diese seltenen Erkrankungen können nicht geheilt, durch verschiedene differenzierte Therapieansätze aber auch an einem raschen Fortschreiten gehindert werden.

3. Fettleber/Fettleberhepatitis

Diese Leberkrankheiten stellen mit weitem Abstand den Großteil der betreuten Patienten dar. Die Inzidenz (Häufigkeit) ist durch den zunehmenden Wohlstand in der westlichen Welt deutlich ansteigend. Häufigste Ursachen sind Übergewicht, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen und der giftige Einfluss von Alkohol.


Enddarmerkrankungen

»Ich habe Hämorrhoiden« ist eine der häufigsten Angaben bei der Erhebung von Beschwerden in der gastroenterologischen Praxis.

Jeder hat Hämorrhoiden. Sie sind Bestandteil des Analkanals und von Geburt an vorhanden. Die Hämorrhoiden leisten als Gefäßpolster einen Beitrag zur Feinkontinenz.

Hinter »Hämorrhoidalbeschwerden« verbergen sich eine ganze Reihe verschiedenster Veränderungen im Bereich des Analkanals und der perianalen Region. Marisken (äußere Hautläppchen) werden am häufigsten mit Hämorrhoiden verwechselt, haben aber keine Beziehung zu den eigentichen inneren Hämorrhoiden. Auch Analekzeme, Analpolypen, Fissuren, Rhagaden, Fisteln und teilweise sogar Abszesse werden irrtümerlicherweise als »Hämorrhoiden« bezeichnet.

Die eigentlichen Hämorrhoiden bilden den inneren Feinabschluss des anorektalen Verschlusses. Ohne Hämorrhoiden könnten Blähungen und dünner Stuhl nur schlecht oder gar nicht kontrolliert werden. Die Hämorrhoiden können äußerlich nur bei einer sehr deutlichen Vergrößerung gesehen werden. Dann bestehen aber auch bereits starke Beschwerden, von denen die Patienten meistens nur noch durch eine Operation befreit werden können. Für derartige Fälle besteht in meiner Praxis eine sehr enge Kooperation mit den umliegenden Krankenhäusern, die sich auf diese Krankheitsbilder spezialisiert haben. Insbesondere das Städtische Krankenhaus Friedrichstadt und das Diakonissenkrankenhaus haben sie diesen Krankheitsbildern verschrieben.

Die häufigsten typischen Hämorrhoidalbeschwerden bestehen in Blutungen (helles, dem Stuhl aufgelagertes oder auch nachtropfendes Blut), Nässen und Nachschmieren nach dem Stuhlgang. Folgen dieses Nachschmierens sind meist mehr oder weniger starke Ekzeme mit Juckreiz und Brennen.

Andere Ursachen für Juckreiz und Brennen sind Analekzeme. Diese Ekzeme können einerseits durch Hämorrhoiden ausgelöst werden. Viel häufiger handelt es sich aber um irritativ-toxische Ursachen durch die verschiedensten chemischen Substanzen, wie sie in feuchtem Toilettenpapier, Intimlotions, Duschgels und Salben enthalten sind.